Malaysia – Ein Feuerwerk an Überraschungen

Malaysia

Selamat Datang – Herzlich willkommen! Where Shopping is a great Pleasure!

Wer noch nie in Malaysia war, sollte dieses facettenreiche Land unbedingt einmal besuchen. Aber ganz besonders die Hauptstadt Kuala Lumpur; eine Stadt, die niemals zu schlafen scheint; wo Shopping die Kreditkarte glühen lässt.

Kuala Lumpur

Selbst wer Malaysia bereits besucht hat, wird immer wieder Neues entdecken, wie beispielsweise eine ganz besondere Seltenheit: Die Glühwürmchenkolonie! Oder den HighTech-Flitzer, der nur in Malaysia gebaut wird: Ein Sportwagen namens Bufori. Und wer sie noch nicht kennt: Die exotischen Straßenküchen, die auch unter Einheimischen äußerst beliebt und preisgünstig sind. 

Aber der Reihe nach. In Malaysia sprechen die Einheimischen „Bahasa Malay“. Aber auch in Indonesien wird diese Sprache gesprochen. Da heißt sie Bahasa Indonesia. Über 200 Mio. Menschen sprechen Bahasa Malai bzw. Bahasa Indonesia. Damit ist sie die meistgesprochene Sprache in Südostasien. Bahasa ist eine sehr einfache Sprache, denn sie hat keine Fall-Regeln, keine Verben und keine Artikel. Wenn man es genau nimmt, hört sie sich eher wie eine Urwald-Sprache an. Hier ein paar Beispiele: Wir sagen: „Ich schreibe gerade einen Brief“. Auf Bahasa Malay heißt das wörtlich übersetzt: Ich gerade schreiben Brief (Saya mao tolis surat). Morgen werde ich einen Brief schreiben; Morgen ich werden schreiben Brief. Ich bin schon verheiratet; Ich schon heiraten (Saya suda ka’wen). Auf Wiedersehen; Bis treffen wieder (Salamat Malam). Hier lebende Deutsche, die Bahasa erlernt haben, bestätigen, diese Sprache sei in einem achtwöchigen Intensivkurs erlernbar. Mit Englisch kommen Sie aber überall auch gut zurecht.

Malaysia ist ein wunderbares Land, mit jeder Menge Abwechslung, sowohl kulturell als auch landschaftlich. Die malaysische Bevölkerung ist sehr herzlich, Gastfreundschaft wird absolut groß geschrieben. Außer den etwa sechzig Prozent Malaien, bevölkern vor allem Chinesen und Inder das Land. Zwar ist die offizielle Staatsreligion der Islam, aber es werden auch alle anderen Weltreligionen frei praktiziert. 

Die vielfältige Kultur macht sich besonders in der Gastronomie bemerkbar. Verschiedenste asiatische Gerichte werden in der malaysischen Küche vereint und sorgen für Überraschungen und kulinarischen Hochgenuss.

Das tropische Land lockt mit seinen Millionen Jahre alten Regenwäldern, schier endlos erscheinenden Teeplantagen, abenteuerlichen Dschungellandschaften, zahlreichen Naturschutzgebieten, zauberhaften Inseln, herrlichen Stränden und unzähligen Shopping-Malls. Von denen es einige unter die Top-Ten der Welt-Ranking-List geschafft haben. 

Beliebtes Reiseziel – auch unter den Einheimischen – ist die Insel Langkawi oder Penang. Die malaysische Währung heißt Ringitt. Der ausgewiesene Warenpreis ist mit „RM“ gekennzeichnet. Getauscht wird nicht in der Bank, so wie beispielsweise in Deutschland, sondern beim sogenannten „Money Changer“. Grundsätzlich wird der Euro aber fast überall in die jeweilige Landeswährung getauscht. 

Aber zurück nach Malaysia, beziehungsweise in die Hauptstadt, der quirlig-schwülen Millionenmetropole Kuala Lumpur: In der sich neben Schlangentempel, Kolonialvillen, auch exotische Sehenswürdigkeiten und ein nimmer enden wollendes Treiben von Straßenverkäufern, Nachtmärkten und modernen Einkaufszentren befinden. Aber auch ein paar bunte Highlights und höchst interessante Storys, die ich hier zusammengestellt habe. Lehnen Sie sich also gemütlich zurück und lassen Sie sich entführen in eine vielfältige Kultur, die einfach nur verzaubert.

Glühwürmchenkolonie

In Malaysia leben nicht nur viele Kulturen in friedlicher Eintracht zusammen, auch die seltenen Silverleave Äffchen (Makaken) haben dort ihr Zuhause. Sie leben in den Regenbäumen, die abends ihre rosa Blüten zusammenfalten und erst morgens wieder aufklappen. Während man in Malaysia mit der Annäherung an Makaken eher etwas zurückhaltend sein sollte, ist diese kleine Affenart eine ungewöhnliche Ausnahme. Besonders zutraulich sind die goldgelben Babys, deren Fell sich erst nach einigen Monaten in die Farbe Silbergrau verwandelt, die der Rasse ihren Namen gab. 

Malaysia – Kuala Lumpur

Machen wir also zunächst einen kleinen Ausflug zu den Silverleave-Äffchen und danach zu einer ganz bezaubernden Seltenheit, zur Glühwürmchen-Kolonie! Denn in Malaysia hat es mit den Glühwürmchen eine Besonderheit auf sich: Weltweit gibt es schätzungsweise nur noch vier Glühwürmchen-Kolonien, und eine davon glitzert und glimmert in Malaysia. Hier werden sie allerdings ganz uncharmant fire-flies genannt. 

Obwohl das Geheimnis der Synchronität ihres Leuchtens noch immer nicht gelüftet ist und Wissenschaftler schon lange vor einem Rätsel stehen, ist die Faszination beim Anblick dieses Naturschauspiels kaum zu beschreiben. Da vergisst man das Wieso, Weshalb und Warum. Der seltene Genuss ist übrigens nur in der Paarungszeit zu sehen. Während der Monsunzeit nicht. Glühwürmchen mögen nämlich keinen Regen. 

Knapp eineinhalb Stunden dauert die Fahrt von Kuala Lumpur bis zur Glühwürmchen-Kolonie. Irgendwo zwischen K.L. (wie Kuala Lumpur von den Einheimischen liebevoll genannt wird) und den Glühwürmchen, stoppt der Tourguide seinen Minibus und ruft den Touristen zu: »Hier können Sie Bananen kaufen.« Bananen? Die Glühwürmchen essen doch keine Bananen?! Nein! Sie leben von und auf den Blättern der Berembang-Mangrove. Nur dort sind sie zu finden, die winzigen Käfer, die jeden mit ihrem Leuchten in große Verzückung versetzen. Um wenigstens dieses Geheimnis zu lüften: Die Bananen sind für die bereits erwähnten Silverleaf-Äffchen bestimmt. Denn auf dem Weg zur Glühwürmchen-Kolonie, kann man sie in freier Natur erleben. Zig Äffchen kommen in rasantem Tempo angerannt, wenn man mit Bananen winkten und wedelt. Zwei Minuten später hängen sie sich auch schon an den Ausflüglern, denn jeder will einen Leckerbissen erhaschen. Dabei benutzen sie Pullover oder T-Shirt, und auch weiße Hosen!!! schon mal gerne als Leiter.

Und wenn die Äffchen genug Bananen gegessen haben, sich die Sonne hinter dem Horizont verkrochen hat und die Dunkelheit gemächlich über das Land gezogen ist (Glühwürmchen kann man ja nur im Dunkeln sehen), dann beginnt das große Abenteuer. Es geht zur Glüchwürmchen-Kolonie. Um diese Millionen von Minilämpchen sehen zu können, muss man sich auf den Fluss Kuala Selangor begeben. Kuala heißt übrigens übersetzt Fluss, und Kuala Lumpur Schlammige Flussmündung. Hier steigt man in kleine Boote. Ein malaysischer Boy stößt mit einem Paddel die schaukelnde Mini-Dschunke vom Ufer ab. Es raschelt, … es knistert, … es knarrt: Ein wahrlich spannendes Erlebnis. Und dann sieht man sie! Atemberaubend schön. Überall glitzert und glimmert es. Ein göttlicher Anblick. Man könnte tatsächlich auf den Gedanken kommen Hollywood lässt grüßen. Wo sind der Stecker und das Stromkabel?

Aber nein! Sie sind echt, real und lebendig, die tausend und abertausend kleinen Brillanten, die auf den Büschen am Ufer sitzen oder vornehm umherfliegen. Ein unvergessliches und fesselndes Erlebnis. 

Glühwürmchen können bedauerlicherweise nicht fotografiert werden. Jedenfalls nicht, wer keine Spezialkamera besitzt.

Es ist, wie gesagt, bis heute unerforscht, warum die Männchen im tausendfachen Gleichtakt flackern, nämlich dreimal pro Sekunde, während die Weibchen nicht ganz so hell erstrahlen und das auch nur einmal alle drei Sekunden – und nicht einmal synchron. 

Irgendwie untypisch für das weibliche Geschlecht, oder? Ist es bei uns Frauen nicht eher umgekehrt?! Leuchten & erstrahlen um jeden Preis?

Die City die niemals schläft – Kuala Lumpur

Strahlendes erblickt man auch, wenn man am Abend in die City von Kuala Lumpur kommt – in diese pulsierende Metropole mit ihren vielen Gesichtern, die niemals zu schlafen scheint. Wo die silbrig blitzenden Petronas Twin Towers, die sich allabendlich in gleißend grelles Licht hüllen, wie zwei gewaltige, plastische Stehlampen wirken; wo schreiende Straßenhändler zwischen hupenden Autos  und futuristisch anmutenden Wolkenkratzern aus Glas und Marmor, und den vielen Tempeln und Moscheen, ihre Waren anpreisen.

Die Twin Towers, Kuala Lumpur                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Mit insgesamt 452 Metern Höhe überragen die Zwillingstürme die Stadt. Inklusive Antennen sind sie sogar 527 Meter hoch. Zusammen besitzen sie 32.000 Fenster.  Die malaysische Regierung hatte sich damals zum Ziel gesetzt, die beiden Türme so schnell wie möglich fertigzustellen und vergab deshalb die Aufträge an zwei verschiedene Bauunternehmen, die jeweils gleichzeitig einen Turm errichten sollten: einem Japanischen und einem Koreanischen. Somit standen die beiden Unternehmen immer im Wettbewerb zueinander. Letztendlich sind sie fast zeitgleich fertig gestellt worden.
Malysia Kuala Lumpur

Zwischen dem 41. und 42. Stock (oder in 172 Meter Höhe) sind beide Türme mit einer Stahlbrücke, der sogenannten Skybridge, miteinander verbunden. Die Skybride war übrigens im Film „Verlockende Falle“ (mit Sean Connery und Catherine Zeta-Jones) zu sehen. Die malaysische Regierung war über diesen Film aber gar nicht glücklich, da Kuala Lumpur nur aus der Sicht der Kampongs (der Ur-Dörfer) gezeigt wurde. Für den Filmemacher war das natürlich schön exotisch.

Die Türme sind in einer modernen Komposition aus Stahl, Aluminium, Beton und Glas gestaltet. Der Grundriss eines jeden Turms entspricht der Form eines achteckigen Sterns. Es wurden annähernd 37 Mio. Tonnen Stahl verbaut.

Kuala Lumpur

Den besten Blick auf die Petronas Twin Towers hat der Besucher jedoch vom Menara KL – dem Fernsehturm, in dem sich ein drehbares Restaurant befindet. Da er auf einem Hügel errichtet wurde, überragt er die Twin Towers, obwohl er „nur“ 421 Meter hoch ist. Der Fernsehturm ist – wie fast alles in dieser Stadt – am Abend beleuchtet.

In Kuala Lumpur glitzert und glimmert es an jeder Ecke. Kein Wunder also, dass sich die Glühwürmchen in der Nähe niedergelassen haben. Eventuell haben sie gedacht, ohh wie toll, hier sind unsere Verwandten.

Auch die ärmeren und eher etwas „unaufgeräumten“ Distrikte, wie China Town oder Little India, erstrahlen am Abend in einem wunderschönen Lichterkleid. Ganze Gebäude sind mit hunderten, wenn nicht gar tausenden von Lämpchen verziert. Selbst auf den Highways und an Kreuzungen sieht es immer aus als wäre Weihnachten.

Eine Strasse zum Verlieben

Abends zieht es, neben den Touristen auch die Einheimischen nach Chinatown, in die berühmte Petaling Street (Jalan Petaling, „Jalan“ heißt übersetzt: Straße). Hier klappen nach Sonnenuntergang fliegende Händler ihre Stände auf und bieten nachgemachte Designergarderobe, Berge von kopierten Parfüms und Uhren oder Schmuck zum Schnäppchenpreis an. Aber dort wird der Besucher auch gut und günstig essen und vor allem das exotisch kunterbunte Treiben beobachten können. Denn noch lieber als Shoppen, essen Malaien. 

Die Petailing Street, Kuala Lumpur

Besonders preisgünstig und beliebt sind die sogenannten „Hawkers“, die Straßenküchen. Dort sitzt man gemütlich draußen an der Straße, auf Plastikstühlen und isst von Plastikgeschirr, oder von Bananenblättern. Diese Art des Essens ist allerdings eine Indische. Sie nennen es „Banana leave rice“ (Bananen Blätter Reis). Am Ende der Mahlzeit wird das Blatt gefaltet, um anzuzeigen „ich bin fertig / es hat geschmeckt“. Natürlich bekommen Sie  auch Löffel und Gabel, wenn Sie das lieber möchten.

In Malaysia erzählt man den Kindern, dass der Reisgeist weint, wenn das Essen nicht vollständig aufgegessen wird. Auch Erwachsene sollten ihren Teller leeren, um Sättigung anzuzeigen. Ansonsten wird fortwährend nachgereicht. Natürlich nicht in Restaurants oder in den Straßenküchen. Der Abwasch wird gleich auf der Straße erledigt, in einer Plastikwanne. Was wohl das deutsche Gesundheitsamt dazu sagen würde???

Malysia Kuala Lumpur

Auf den Straßenmärkten, die in verschiedenen Distrikten am Abend ihre Pforten öffnen und daher „Night Market“ genannt werden, gibt es fast alles zu kaufen. Aber man sollte handeln. Allerdings so, dass der Verkäufer nicht sein Gesicht verliert, denn das ist für Asiaten schlimmer als die allergrößte Strafe die wir uns nur vorstellen können. Für Kleidung, Taschen, Schuhe, Uhren usw. gilt etwa maximal fünfzig Prozent, bei Gemüse oder Obst um die zwanzig Prozent.

Königin der Früchte

Malaysia biete eine Vielzahl an exotischen Früchten. Mittlerweile auch in Deutschland bekannt, ist beispielsweise die Drachen Frucht. Hier wird sie Dragon Fruit genannt. Sie enthält viel Eisen, Calcium, Vitamine B, C und E sowie Phosphor. Ihr süß-säuerlicher Geschmack erinnert an eine Mischung aus Birne, Kiwi und Mango. Noch besser schmeckt sie allerdings, wenn Sie zusätzlich ein paar Tropfen Zitrone darüber träufelt. Obwohl sie „Frucht“ genannt wird, kommt sie aus der Familie der Kakteengewächse. Ihr Fruchtfleisch enthält viele kleine, schwarze Samen. Deshalb wird sie auch gerne zur Dekoration von Büffets verwendet.

Sehr gewöhnungsbedürftig dagegen, ist die rauschalige Durian. Einheimische nennen sie die „Königin der Früchte“. Ihr majestätisch klingender Name ist aber alles andere als passend. Denn sie stinkt wie die Pest und ist für Europäer nur zu genießen, wenn man keine empfindliche Nase hat. Daher wird sie auch die Stinkfrucht genannt. Gourmets beschreiben ihren Geschmack als eine Mischung aus Vanille, Mandeln, Zwiebelsauce und braunem Sherry. Verwechseln Sie die Durian aber bitte nicht mit der Jack-Fruit. 

Durian stammt vom malaysischen Wort duri ab: Dorn. Der Grund dafür wird schon beim ersten Blick deutlich. Die gelb-grüne Frucht sieht aus wie eine große Ananas mit vielen spitzen Stacheln. Hinter der ungewöhnlich harten Schale verbirgt sich das Geheimnis der Durian, ein gelb, cremiges Fruchtfleisch. Das Öffnen ihrer Schale ist eine Kunst für sich. Nur mit schwerem Geschütz (etwa Bauhandschuhe, Säge und Meißel) kommt man an das Innere heran.

Tatsächlich riecht sie so stark, dass viele Fluggesellschaften sie auf die Liste der verbotenen Transportstücke gesetzt haben. Auch in öffentlichen Gebäuden, Bussen, Bahnen, Hotels und Wohnanlagen ist das Mitbringen der Durian überwiegend verboten. Bis zu fünftausend Singdoller muss gezahlt werden, wer sich nicht daran hält.

Haupthandelszentrum für die bizarre Frucht ist Singapur. Dort wurde die Concert Hall dem Aussehen der Durian nachgebaut. Die durchschnittlich etwa 2 Kilo schwere exotische Frucht gilt außerdem als relativ schwer verdaulich.

Asiaten warnen oft vor dem Genuss von Alkohol in Verbindung mit dem Durian-Verzehr. Es soll zu Magenkrämpfen, Blähungen, Fieber und Durchfall kommen. Einen medizinischen Beleg dafür gibt es jedoch nicht. 

Aber: Die Stinkfrucht hat auch etwas Gutes zu bieten: nämlich einen hohen Gehalt an Vitamin A und C. Durian-Fans genießen inzwischen sogar außergewöhnliche Spezialitäten wie Durian-Chips, Durian-Eis oder Durian-Bonbons. In Indonesien äußerst beliebt sind: Kondome mit dem bizarren Aroma.

Chili-Rausch

Apropos, Gutes: Zuerst brennt es höllisch im Mund, dann folgen die Hitzewallungen. So sehen die typischen Symptome nach dem Essen von Chili aus, die überall in Südostasien bei der Zubereitung von Speisen ihren Einsatz findet. Mal mehr, mal weniger. 

Doch die scharfen Schoten tun nur so als ob. Angeblich schädigen sie weder die Geschmacksnerven, noch die inneren Organe. Ganz im Gegenteil: Die Nachtschattengewächse gehören zu den gesündesten Nahrungsmitteln überhaupt. Chilischoten sind also gesunde Scharfmacher. 

Seit die Chilischote mit Christoph Columbus vor rund 500 Jahren ihre südamerikanische Heimat verlassen hat, gilt die Verwandte der unspektakulären Paprika weltweit als Bereicherung des Speiseplans. In die thailändische Küche wurde die Chili im späten 17. Jahrhundert von portugiesischen Missionaren eingeführt.

Ihre Schärfe rührt von einem bestimmten Inhaltsstoff her, der im Fachjargon Capsaicin genannt wird. Er täuscht dem Nervensystem eine Verbrennung vor, auf die der Körper mit der Ausschüttung schmerzstillender Endorphine (den bekannten Glückshormonen) reagiert. Doch der vollkommen harmlose „Chili-Rausch“ ist längst nicht die einzige angenehme Wirkung der kleinen Schoten. Frische Chilis enthalten 2 bis 3 Mal so viel Vitamin C, wie die gleiche Menge an Zitrusfrüchten.

Neben den Vitaminen B 1, 2, 6 und 12, dem Blutkreislauf-Stabilisator Vitamin P sowie dem wichtigen Beta-Karotin, beherbergt die kleine feurige Schote eine Vielzahl wertvoller Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor und Zink.

Aufgrund dieser einzigartigen Mixtur werden den – obendrein auch noch cholesterinfreien – Chilis seit langem alle erdenklichen gesundheitsfördernden Wirkungen nachgesagt. Sie soll gut für Augen und Herz sein, gegen Arthritis, Arteriosklerose und Rheuma helfen, sowie Bakterien abtöten. 

Laut einem ärztlichen Fachblatt heißt es sogar, dass es in Südostasien weniger Darm- oder Magenkrebsfälle gibt, als beispielsweise in unseren Regionen.

Wer jetzt seinen Chili-Konsum steigern will, muss die brennenden Nebeneffekte aber nicht fürchten. Denn: Ein Glas Milch hilft löschen. Der Eiweißbestandteil der Milch überlagert nämlich den scharfen Konkurrenten Capsaicin.

Vor dem Verzehr kann die Schärfe der Chili aber auch reduziert werden, indem man einfach die Samen (die kleinen weißen Gebilde in der Schote) entfernt.

The King of all Herbs

In Asien wissen die Menschen über die Heilkraft von Kräutern, Blättern und Wurzeln besonders gut Bescheid. Ich hörte eines Tages von Mister HP Tan, der auch als The King of all herbs (der Kräuterkönig) bekannt ist und von Heilkräften eine ganze Menge weiß. Er lebt im Norden von Kuala Lumpur, in Sungai Buloh. Mister Tan, der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen war, erkrankte im zarten Alter von 12 Jahren am Ohr. Die Angelegenheit wuchs zu einer deftigen Ohrinfektion aus. Da Geld knapp war, beließ man es, wie es war, bis eines Tages … Da traf seine Mutter einen alten Malaien und gab ihr den Rat, im Urwald nach einer Pflanze zu suchen, deren Blätter die Form eines Ohres hat. 

Gesagt, getan. Aus den ausgepressten Blättern dieser Pflanze träufelte man dem kleinen Tan einige Tropfen in das kranke Ohr. Die Beschwerden verschwanden – für immer.

40 Jahre später begegnete Tan, während eines 6-monatigen Lehrgangs an der Universität Putra Malaysia, dieser Pflanze wieder (sie heißt übrigens Low fu ee). Er bildete sich weiter, forschte in alten Büchern und Schriften und begann selber Pflanzen zu sammeln. Tan ging in die Kampongs, wie die alten Dörfer genannt werden, befragte chinesische Ärzte und alte, weise Orang Asli (Malaysische Urbevölkerung: Orang »Mensch« und Asli »zuerst« oder »ursprünglich«), um mehr über die Heilkräfte von Pflanzen zu erfahren. Sein Wissensdurst kannte keine Grenzen. Es galt, sich ein 5.000 Jahre altes Wissen anzueignen. In drei Jahrzehnten erlernte Tan alles, was er wissen musste. „Die Form der Blätter einer Pflanze entspricht häufig dem Körperteil, das behandelt werden muss“, sagt Mr. Tan: Ein Blatt, dass die Form einer Niere hat, gegen Nierenleiden. Eines, dass wie ein Herz aussieht, gegen Herzprobleme. Es gibt sogar ein Blatt, dass wie ein Embryo ausschaut.“

Anfangs hat Tan die Blätter noch selbst im Urwald gesammelt. Aber seit vielen Jahren helfen ihm die Orang Asli dabei. Etwa 1 Stunde von Kuala Lumpur entfernt, in Richtung Genting Highlands, liegt noch so ein Urdorf der Orang Asli, den Ureinwohnern von Malaysia. Die Orang Asli besitzen häufig noch negroide Gesichtszüge: dunkles gekraustes Haar und eine dunkle Haut. 

Man begegnet ihnen jedoch nicht in den Städten Malaysias. Ihre Heimat ist der Regenwald. Dort hat die Regierung extra für sie ein Reservat geschaffen, das man nur mit einer Sondergenehmigung betreten darf. Durch meinen Job als Chefredakteurin eines deutschsprachigen Magazins für Malaysia, habe ich das Dorf besuchen dürfen. Es war wirklich ein beeindruckendes Erlebnis. In meinem Buch „Nix wie weg …“ erzähle ich u.a. darüber und natürlich auch über Mr. HP Tan und seine Tees.

Seit tausenden von Jahren leben die Orang Asli sie im malaysischen Dschungel und wurden von den aus Indonesien und Sumatra einwandernden Malaien verdrängt. Bis dahin hatten sie in den auf Pfählen errichteten Longhouses, in dem bis zu 50 Familien leben können, gewohnt. Mit fortschreitender, wirtschaftlicher Entwicklung schrumpfte der tropische Regenwald und die Orang Asli wurden in die Reservate umgesiedelt. Um sich von den später zugewanderten Chinesen abzugrenzen, nannten sich die neuen malaysischen Machthaber selbstherrlich „Bumiputras“, was soviel heißt wie „die Söhne der Erde.“ Die Bumiputra-Bank in Kuala Lumpur ist noch so ein Relikt.

Der große Preis von Malaysia – Formular 1

Wer weiß es nicht! In Malaysia befindet sich die berühmte Formel 1 Rennstrecke, in Kuala Lumpur am International Airport, in Sepang. Man kann eigentlich nicht über den großen Preis von Malaysia sprechen, ohne auch mal den Bufori zu erwähnen. Der Bufori ist zwar kein Formel 1 Rennwagen, aber er wurde von einem Rennfahrer designend und wird in Kuala Lumpur gebaut, und zwar Hand Made. Was vor mehr als 20 Jahren als Hobby begann, wurde der Anfang eines höchst aufregenden Abenteuers. Es brachte eine ganze Familie rund um die Welt. 

Die Rede ist von den Khouri-Brüdern Gerry, George und Anthony, und einem super schicken Sportwagen namens Bufori. Seine Wurzeln liegen zwar in Australien, aber 1997 gründeten die drei Brüder in Kuala Lumpur eine Sportwagenfabrik. 

Der Bufori ist komplett handgefertigt. Eine Vielzahl seiner Bauteile kommt aus Deutschland. Sein gesamte Baukörper besteht aus Kohlestoff-Faser und Kevlar, aus dem alle Formel-Eins-Autos hergestellt werden. Deshalb wird man die üblichen Waschanlagenkratzer bei diesem Auto auch vermissen. Mehr als 13 Computer befinden sich in den Zweisitzern. Sozusagen: High Tech unter nostalgischer Karosserie.

Kunden, die wegen ihrer Größe oder ihres Gewichts normalerweise keinen Platz in einem Bufori hätten, werden vermessen und die Sitze oder die Länge des Wagens werden exakt auf seine Körpergröße angepasst. Quasi maßgeschneidert. Auch die verrücktesten Dinge werden in den kleinen Flitzer eingebaut, beispielsweise einen mit Edelsteinen besetzten Schaltknauf, goldene Speichenräder, Make-up-Box aus Platin, Schuhbox für die Damen, Humidor, Lenkrad aus Perlmutt oder einen Safe.

Die Bufori-Fabrik am Rande von Kuala Lumpur kann jährlich bis zu 320 Stück herstellen. Sein Preis liegt bei 55.000 bis etwa 120.000 Euro.Bufori in Pink und Gerry Kuhori, Designer und ehem. Rennfahrer. Er hat diesen kleinen Flitzer für eine damals 74-jährige, englische Lady gebaut, die in Kuala Lumpur lebte.

Das wird speziell die Herren interessieren: Der Bufori ist serienmäßig ausgestattet mit: Hela-Scheinwerfern, Radio- und Telefonanlage von Siemens, BBS-Felgen, Sonarsystem, Mini-Kühlschrank, Klimaanlage, Computergesteuerte, geschwindigkeitsabhängige Scheibenwischanlage, GPS-System in 14 Sprachen, Einparkhilfe (zeigt im Rückspiegel den Abstand zum Hindernis an), Tempomat, Run-flat-tyre (eine hochintelligente Diebstahlsicherung, die bei der ersten Bremsung den Wagen völlig lahmlegt), Recaro-Sitze (die sich auf 14 elektronisch anpassbare Positionen einstellen lassen),einem elektronischen System das den Reifendruck und -temperatur überwacht, usw. usw.

Denken Sie nicht, ich bekomme Geld dafür, dass ich diesen kleinen Flitzer so anpreise. Aber als ich ihn zum ersten Mal sah, war ich sofort verliebt.

Unter seiner Haube besitzt der Bufori einen speziell entwickelten 2,7 Liter V-6- Einspritzmotor mit knapp 200 PS. Er erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 235 kmH und kommt in 7 Sekunden von null auf 100. All das, man glaubt es kaum, ist Hand-Made in Malaysia. Übrigens, auch wenn keine Rennen in Malaysia mehr stattfinden, die Rennstrecke in Sepang kann trotzdem besichtigt werden. Agenturen in Kuala Lumpur bieten Touren an.

Was haben Kondome mit Malaysia zu tun?

Aber nicht nur schicke Sportwagen werden in Malaysia hergestellt, auch Kondome. In Penang ist die weltweit größte Fabrik. Sie produziert jährlich bis zu 300 Millionen Kondome, die in die ganze Welt verschickt werden. Angefangen hatte alles in England: Der Arzt Dr. Contom  kam vor 350 Jahren auf die Idee, aus Hammeldärmen Kondome herzustellen. Das brachte ihm den Ritterschlag durch König Karl dem II. ein, der von dieser Idee so sehr begeistert war, dass er sich angeblich eine Luxusausführung anfertigen ließ – und zwar aus Samt und Seide. In den 20er Jahren eröffnete Emil Richter in Erfurt eine kleine Kondom-Manufaktur. Später ermöglichte der Sohn des Gründers, Hermann Richter, durch die Automatisierung der Kondom-Herstellung eine industrielle Fertigung. Das war sozusagen die Geburtsstunde des Kondoms vom Fließband. Die Fabrik in Deutschland wurde 1990 geschlossen und man verlagerte die Produktion ins Ausland. 

Klaus Richter, der Jüngste des Familienclans, machte sich selbstständig und 3 Jahre später gründete er, zusammen mit einem malaysischen Geschäftspartner, das heutige Unternehmen Richter Rubber mit Sitz in Malaysia. Im Norden von Malaysia werden Gummibäume angebaut. Der Latex, der aus dem milchigen Saft der Rinde dieser Bäume gewonnen wird, wird zu Kautschuk verarbeitet. Daraus entstehen dann die Gummis.

Das Geschäft floriert bestens. Die einzige Schwierigkeit, mit der Richter Rubber zu kämpfen hat, ist die Personalsuche. In einem moslemischen Land, wie Malaysia, ist das in gewisser Weise keine leichte Aufgabe. Viele Bewerber lehnen es ab, in der Fabrik zu arbeiten, sobald Klaus Richter verrät, was er produziert.Ein weiteres Produkt, das wir alle gut kennen, wird ebenfalls in Malaysia hergestellt. Das heißt, die Porzellan-Gussformen dafür: Gummihandschuhe. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass Asiaten in der Modellierung diverser „Hände“ besonders geschickt sind.

Weitere Infos erhaltet Ihr hier: 

http://www.katharinaBachmann.de

http://www.sos-schlankohnesport.de

 

Bitte schon vormerken: „Kuriositäten“, so lautet der Titel meines nächsten Artikels, der in Kürze hier erscheint!

 

 

 

 

 

 

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