Malaysia – Kuriositäten

Malaysia - Dragen-Dance

Überhaupt sind Asiaten für ihr, sagen wir mal, Organisationstalent bekannt. Hier ein Beispiel, wie man bei Hochwasser trotzdem noch die Feuerwehr ruft. Dieses Foto stammt aus der Malaysischen Tageszeitung The Star vom 9. Oktober 2003. 

Ein heftiger Monsunregen war in Penang niedergegangen und hatte die Hauptstadt Georg Town überflutet.Oder wie hier beim Streichen eines Pools, zu dem 5 Personen benötigt werden. 1 Streicher und 4 Festhalter.

Und was die aktuelle Pisa-Studie anbelangt … Auch hier klappt es nicht immer mit der Rechtschreibung. Aber man soll sich ja bekanntlich nicht an Kleinigkeiten stören. Lesen kann man es doch trotzdem, oder?

Wie gesagt, ihr Erfindungsreichtum kennt keine Grenzen. Wenn das Stromkabel zu kurz ist, oder der Wasserhahn nicht lang genug, bedient man sich eben einer höchst interessanten Lösung des Problems. Tja – Und wenn ZU ist, dann ist eben ZU. Unsere öffentliche Bar ist zurzeit nicht offen, weil sie zu ist. Der Manager.

Unter den Deutschsprachigen, die in Malaysia leben, kursiert eine Liste, die Vieles dieser originellen Charakteristiken der Malaien auf amüsante Weise verdeutlicht. 

Die nicht ganz Ernst gemeinte Liste trägt die Überschrift : Wann bin ich wirklich in Malaysia angekommen? Die komplette Liste lesen Sie in dem Buch „Nix wie weg … Von Fernweh und Wehen in der Ferne“.

Es gibt viele Kuriositäten in Malaysia, wie zum Beispiel diese hier: Haben Sie vielleicht schon einmal etwas von einem „Tun“, einem „Tan Sri“, einer „Datin“ oder gar einem „Datuk“ gehört?

Nein?! – Es ist auch einzigartig auf dieser Welt. Dabei handelt es sich nämlich um Titel, also Ehren-Titel, die aber nur in Malaysia verliehen werden. Es gibt bestimmte Titel, die nur der König vergeben darf – und auch nur an Malaien; Titel, die der König auf Empfehlung der Regierung erteilt. 

Wieder andere, die nur von den neun königlichen Staaten, also den Sultanen vergeben werden dürfen. Manche Titel können auch an Ausländer erteilt werden, zum Beispiel an Deutsche.

Sie alle aufzuführen, würde schier den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Aber ein paar dieser, sagen wir mal „exotischen“ Titulaturen, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, z.B. den Titel „Tun“ – Er ist die höchste Ehre, die einem Zivilisten, also einem Malaien – und ausschließlich einem Malaien – gewährt werden kann. „Tan Sri“ ist der zweithöchste malaysische Ehren-Titel. Diese Titel werden vom König auf Empfehlung der Bundesregierung erteilt. Sie sind limitiert und dürfen eine bestimmte Gesamtanzahl nicht übersteigen. Die ist jedoch relativ hoch. Bis heute zählt man weit über 550 „Tan Sri’s“. Darunter befinden sich übrigens auch etliche Deutsche, Schweizer oder Österreicher, wie beispielsweise der Schweizer Ernest Zulliger. Er war der Chef von Nestle Malaysia und wurde mit dem Titel Tan Sri geehrte. Einen „Dato“ hat er auch noch dazu bekommen und so darf sich Ernest Zulliger in Malaysia Tan Sri Dato’ Ernest Zulliger nennen. Seine Frau ist übrigens Puan Sri Datin Susi Zulliger. Die Kriterien mit einem Ehrentitel ausgezeichnet zu werden sind 

– Die Person sollte auf ihrem Gebiet außergewöhnlich sein.

– Sie hat zum Ansehen des Landes beigetragen.

– Und – Die Person muss sehr einflussreich sein.

Wie gesagt, all diese Titel, die ehrenhalber vergeben werden, findet man ausschließlich in Malaysia, Brunei aber auch in Sarawak und Saba – die zur Insel Borneo gehören. 

Diese Titel sind nicht vererbbar und – sie sind in der übrigen Aristokratischen Welt ohne jegliche Bedeutung.

Gelb ist die Farbe des Königs

Am 31. August 2007 feierte Malaysia seine 50-jährige Unabhängigkeit von Großbritannien.

Malaysia ist eine konstitutionelle Wahlmonarchie und parlamentarische Demokratie: alle 5 Jahre wird aus einem Kreis von 9 Sultanen ein König gewählt. 

Bei öffentlichen Veranstaltungen darf man übrigens nicht die Farbe Gelb tragen. Sie ist einzig und allein dem König vorbehalten.

Die Deutsche Firma Glashütte ehrte den 50-jährigen Unabhängigkeitstag sogar mit einer limitierten exklusiven Armbanduhr und gab der Sonderedition den Namen „1957 Malaysia“. Das handbemalte Zifferblatt-Unikat ist aus Meißener Porzellan. Es soll nur 25 Stück aus der Sonder-Edition geben.

Auf dem Ziffernblatt kann man übrigens wunderbar die malaysische Geografie erkennen. Unten West-Malaysia und oben die Insel Borneo auf der sich Ost-Malaysia mit den Staaten Saba und Sarawak befindet.

Ebenfalls eine Rarität ist der Cameron Highlands Tee.

In Malaysia klettern die Temperaturen mitunter auf über 37 Grad Celsius. Dann flüchtet sich wer kann in die kühleren Cameron Highlands. Hier, in einer Höhe von bis zu 1600 Metern, erinnert noch vieles an die Briten. Diese Temperaturunterschiede machen die Region zu einer optimalen Gegend für Gemüseanbau. Dort oben gibt sogar Erdbeerplantagen. Aber vorherrschend wird Tee angebaut. Die Hügel der Cameron Highlands sind überzogen von nimmer enden wollenden Teebaumsträuchern. Aus der Luft sehen sie wie ein gigantisch großer, kuschelig weicher Teppich aus. 

Teebaumsträucher werden auch das „Flüssige Gold“ genannt. Die reichen Besitzer der Plantagen kommen ab und zu mit dem Hubschrauber aus Kuala Lumpur angeflogen, um nach dem Rechten zu sehen. Ihre Teefabriken können zum Teil sogar besichtigt werden. 

Bis aus den frischen grünen Blättern, zart duftender Tee geworden ist, dauert es zwei Tage. Der Cameron Highlands Tee wird übrigens NICHT exportiert. Er kann nur in Malaysia und in Singapur gekauft werden. Ein köstlicher Genuss.

Die Cameron Highlands bergen übrigens ein Hitchcock-reifes Geheimnis. Hier verschwand Ostern 1967 Jim Thompson, ein amerikanischer Geschäftsmann und mutmaßlicher CIA-Agent spurlos. 

Aber zurück zu den Teeblättern. Sie brauchen zum Wachsen natürlich viel Feuchtigkeit. Und die haben sie in Malaysia en masse, besonders aber während der Monsunzeit. Wenn es in Malaysia regnet, dann sollte man sich schleunigst irgendwo unterstellen. Es ist, als ob man einen Lichtschalter einschaltet. Dann regnet es wie aus den sprichwörtlichen Eimern. Da bleibt kein Boxershort oder Slip trocken. Aber spätestens am Abend kann man wieder wunderbare Sonnenuntergänge genießen, oder sich am nächsten Tag wieder an den herrlichen Stränden tummeln, die es Malaysia ohne Ende gibt.

Beliebtes Reiseziel auch für Einheimische ist Penang. Von Kuala Lumpur aus, ist die Insel in gut 4 Stunden mit dem Auto zu erreichen. Die „kleine Nuss“, wie Penang in der Übersetzung heißt, ist vor allem für Kulturreisende ein sehr spannendes Ziel. Die Tempel in der Hauptstadt Georgetown sind zahllos,um die 300 schätzt man. Es ist alles sehr chinesisch und äußerst quirlig. Verschiedene kleine Läden (Garagen) bieten noch antikes chinesisches Porzellan an (Vasen, Tassen, Reisschalen usw.).

Ich werde von meinen Freunden, die mich in Kuala Lumpur besuchen, sehr oft gefragt: „Wieso haben Asiaten am kleinen Finger einen extrem langen Fingernagel?“Es soll allen zeigen, dass man keine schwere körperliche Arbeit verrichten muss – also keine niederen Tätigkeiten ausübt. Mit anderen Worten, man ist nicht arm. Ganz früher wurde der lange Fingernagel allerdings benutzt, um aus den kleinen Opium-Fläschchen das Opium heraus zu angeln.

Und weshalb stutzt man in Malaysia allen Katzen den Schwanz?

Als ich nach Malaysia kam und die ersten Katzen mit Stummelschwanz sah, war ich entsetzt und fragte die Leute verärgert: “Weshalb hackt ihr den Katzen den Schwanz ab?”

Zuerst sahen sie mich komisch an, bis mir eine alte Malaiin erzählte, dass man den Katzen gar nicht den Schwanz abhackt. Sie werden so geboren. Es handelt sich dabei um eine Mutation. Also! Lassen Sie sich nicht in die Irre führen, wenn Sie eine malaysische Katze mit Stummelschwanz sehen. Das ist völlig normal.

Lassen Sie sich also nicht in die Irre führen, wenn Sie nach Malaysia reisen und eine Katze mit Stummelschwanz sehen.

Viel Spaß beim Erkunden meiner geliebten Wahlheimat Malaysia!

Weitere Infos erhaltet Ihr hier: 

 

http://www.katharinaBachmann.de

 

 

 

 

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2 Comments

  • Danke für den tollen Bericht! Das war sehr interessant. Das habe ich alles nicht gewusst. Interessiert hätte mich noch wie dort Frauen behandelt werden.

    • Ich werde Katharina einmal danach fragen. Übrigens habe ich sie in der vergangenen Woche getroffen, als sie hier in Deutschland einen Besuch abgestattet hat.

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