Im Interview: Thorsten Sleegers – Journalist – Reporter

Thorsten Sleegers (Fotografie: Martin Preissner)

Im Pretty Living Interview erzählt Thorsten Sleegers, dass er sein erstes Mikrofon bereits im Alter von 4 Jahren in der Hand hatte. Mit einem kleinen Kassettenrekorder wurde regelmäßig die Familie interviewt, später quatsche Thorsten Sleegers Kindermärchen auf Band, die er auswendig konnte.

Die Leidenschaft fürs Moderieren ließ den gebürtigen Niederrheiner nicht mehr los. Er wollte zum Fernsehen.  Auf dem Weg dahin sollte aber die Basis stimmen, und darum entschied sich Thorsten, den Job von der Pieke auf zu lernen. Bereits während des Abiturs schrieb Thorsten Sleegers für die „Westdeutsche Zeitung“ in NRW, moderierte Stadtfeste, Galas, Modenschauen und vertonte Radiowerbespots.

Nach dem Abitur zog Thorsten nach Aachen, studierte Germanistik und Geschichte und verdiente sich als Radiomoderator und -reporter bei radio rur, Radio Fantasy, Radio Aachen, WDR und Welle Niederrhein stolz sein erstes Geld. Schon bald wurde RTL Radio in Luxemburg auf Thorsten aufmerksam, in einer Zeit wo die Holländer ohnehin sehr gefragt waren im Showbusiness. Denn: Thorsten ist zwar in Krefeld-Uerdingen geboren und spricht perfektes hochdeutsch, besitzt aber nur die niederländische Staatsangehörigkeit. Als Moderator der Radio-Kultsendung „Guten Morgen Deutschland“ trat Thorsten Sleegers die Fußstapfen so berühmter Vorgänger wie Thomas Gottschalk und Thommy Ohrner. Zwei Jahre später, nach seinem Volontariat, spielte Thorsten in einer RTL Soap mit und wurde bei einem Casting als Moderator für das RTL-Magazin „Guten Abend RTL“ entdeckt.

Als Reporter und Wettermann beim RTL-Mittagsmagazin „Punkt 12“ wurde Thorsten auch bundesweit bekannt. Seit 2001 ist er im Auftrag des erfolgreichsten deutschen Mittagsmagazins in Deutschland, Europa und der Welt unterwegs. Ob Sandboarden in der Wüste von Dubai, Überlebenstraining in Schwedisch Lappland oder Hilfsreporter für Familien in ausweglosen Situationen, es war schon immer die Vielseitigkeit, die Thorsten Sleegers seinem Job so faszinierte.

In der fernsehlosen Zeit steht der Moderator gerne bei Messen, Events oder Galas auf der Bühne. „Eine willkommene Abwechslung und immer wieder schön, seinem Publikum direkt in die Augen zu schauen.“

http://thorstensleegers.de/?page_id=6

Haben Sie ein Lieblingsrestaurant?

Ich habe während meiner vielen Reportage-Reisen eine Menge Restaurants kennengelernt. Aber eines besuche ich immer wieder. Es ist ein kleines einfaches Tapas-Restaurant und liegt mitten in der schönen Altstadt von Palma de Mallorca. Das „Tirol“ liegt recht unscheinbar in einer kleinen Seitengasse, man steigt über ein paar Treppen runter in ein umgebautes Kellergewölbe. Wo früher der Weinkeller war, stehen nun ein paar Tische, an denen sehr leckere und frische Tapas serviert werden. Dazu kann ich den einfachen weißen Hauswein empfehlen, der schmeckt hervorragend. Das kleine Familienunternehmen punktet mit einem ganz tollen Charme und supernettem Service.
Die Adresse lautet: Carrer d’Apuntadors, 3, 07012 Palma de Mallorca, Islas Baleares, Span

Haben Sie ein Lieblingsgericht?

Ich lebe mit meiner Familie am Niederrhein, nur wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt. Hier wird viel Spargel angebaut und dementsprechend stehe ich beim Start der Spargelsaison – Mitte April – sozusagen in der ersten Reihe. Ein unglaublich leckeres und gesundes Essen. Dazu Kartoffel, gekochter Schinken, Sauce Hollandaise und ein guter Weißwein. Ich mag grundsätzlich gerne Gerichte, die gerade Saison haben und aus der Region sind. Das schmeckt einfach viel frischer.

Was ist Ihr Schönheits-Geheimnis?

Ich habe gerade überlegt ob man bei Männern von Schönheitsgeheimnis reden kann 😉 ?! Was mich betrifft, so habe ich schon immer viel Wert auf ein gepflegtes Aussehen gelegt. Aber ich habe jetzt keinen Badezimmerschrank voller Wundermittel. Eine Feuchtigkeits-Creme fürs Gesicht, im Winter auch eine Nachtcreme dazu. Im Moment nerven mich aber vielmehr die grauen Haare, die irgendwie immer mehr werden. Da gönne ich mir dann hin und wieder eine Tönung. Aber ich glaube, dass ich selbst mehr Probleme damit habe als mein Umfeld, denn die meisten Frauen – inklusive meiner eigenen sagen: „Das sieht natürlich und gut aus!“ Naja, vielleicht überzeugt mich das ja irgendwann?!

Was ist Ihr Lieblingsreiseland?

Ich bin Niederländer, zumindest was meine Staatsangehörigkeit angeht. Demnach habe ich in meiner Kindheit sehr viel Zeit im schönen Zeeland – also direkt an der Küste – verbracht. Ich liebe Holland aber zu meinen Lieblingsreiseländern würde ich ganz klar Italien und Spanien küren. In Italien ist es die traumhafte Landschaft, Berge, Seen, wunderschöne Städte wie Rom, Florenz und Venedig oder eben auch die kleinen Dörfer rund um den wunderschönen Gardasee. In Spanien sind es die Balearen, auf denen ich mich schon fast zuhause fühle. Ich habe dort schon sehr viele TV-Reportagen für RTL gedreht, außerdem haben wir oft Urlaub mit der Familie auf einer mallorquinischen Finca gemacht.
Das Finca-Leben fasziniert mich immer wieder – fernab der typischen Tourismusgebiete. Ruhe, Gelassenheit und täglich über 30 Grad – für mich das Paradies 😉 Da kann ich gut und schnell abschalten und denke jedes Mal darüber nach, vielleicht direkt ganz da zu bleiben.

Gibt es eine Anekdote aus Ihrem Leben?

Auf jeden Fall! Als „Punkt-12-Wettermann“ war ich früher oft und gerne in Zoos und Tierparks unterwegs, um von dort aus das Wetter zu moderieren. Besonders lustig war das immer, wenn Tierbabys dabei waren. So auch im Duisburger Zoo, wo ein kleiner Kamelbulle erstmals ins Freigehege durfte. Als ich morgens mit meinem Kamerateam dort angekommen bin, war der kleine Emir noch total schüchtern und hat sich immer hinter seiner Mama versteckt. Dann wurde er nach und nach zutraulicher, und ich konnte ihn flüchtig streicheln. Danach habe ich mich für meine Moderation auf einen großen Baumstamm gesetzt. In dem Moment, wo das Rotlicht auf der Kamera aufleuchtete, ist Kameljunge Emir wie von der Tarantel gestochen auf mich zugerast und auf meinen Schoß gesprungen. Dann hat er angefangen mich abzuschlecken und hat in den folgenden zwei Minuten auch nicht mehr damit aufgehört. Während das Kamel also komplett über mir lag, habe ich einfach weitermoderiert und dabei den totalen Lachflash bekommen. Diese witzige Begegnung ist auch heute – viele Jahre später – immer noch in diversen Ranking-Shows bei RTL zu sehen. Emir lebt übrigens heute als Zuchtbulle in einem Zoo bei Rotterdam.

Haben Sie ein Lieblings-Zitat?

Mein Lieblingszitat ist ein altes niederländisches Sprichwort und lautet: „Het gras aan de andere kant van de heuvel is altijd groener.“ Übersetzt heißt das „Das Gras auf der anderen Seite des Hügels ist immer grüner.“ Dieses Sprichwort will uns einfach nur verdeutlichen, dass die Menschen sich viel zu oft mit anderen vergleichen oder neidisch auf das schauen, was andere haben. Stattdessen sollten wir uns doch lieber mit dem zufrieden geben was wir haben und das auch zu schätzen wissen. Vieles scheint selbstverständlich, weil wir es alltäglich erleben und nicht mehr das Besondere sehen – einfach den Blick dafür verlieren. So geht es auch mir oft, das gebe ich zu. In dem Moment denke ich dann immer an dieses kleine aber bedeutungsschwere Sprichwort.

Was ist Ihr Lieblings-Teil oder Ihr Lieblings-Platz in Ihrer Wohnung?

Ganz klar unser Garten! Ich liebe die Natur und kann mir auch nicht vorstellen, dauerhaft in einer Großstadt zu leben. Ich muss ins Grüne schauen können, die Vögel zwitschern hören und den Wind und die Sonne spüren. So kenne ich das von Kind an. Dabei kommen mir übrigens auch die besten Ideen für meine Fernseh-Reportagen. Manchmal kritzele ich dann völlig „oldschool“ Notizen auf einen Zettel oder quatsche Sprachmemos in mein Handy.

Gibt es etwas Neues bei Ihnen?

Ich bin noch einmal Patenonkel geworden 😉 Lucy und Max heißen die Beiden und sind Malinois, also belgische Schäferhunde. Wir haben die Hunde Anfang des Jahres von einem verwahrlosten Hof in Mecklenburg-Vorpommern gerettet. Die RTL-Zuschauer hat das Schicksal der Hunde sehr berührt. Weil sie schon älter sind und ein Pärchen, war eine Vermittlung aus dem Tierheim nicht möglich. Nach drei Monaten habe ich endlich ein dauerhaftes und tolles Zuhause für sie gefunden. Lucy und Max leben jetzt auf dem Gut Aiderbichl bei Salzburg und genießen ihre Freiheit in vollen Zügen. Es ist so toll zu sehen, wie die Beiden wieder neuen Lebensmut gefunden haben. Sie sind verschmust wie Schoßhunde und dankbar ohne Ende. Das macht mich sehr glücklich.

Ganz herzlichen Dank, lieber Herr Sleegers für das ausgesprochen spannende Interview. Vor allem hat mir Ihre Anekdote sehr gut gefallen. Ich wünsche Ihnen und uns  weiterhin so spannende Reportagen.

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